Hunde wurden im Dreck gehalten und bekamen nur altes Brot zu essen: Gerettete Vierbeiner suchen neues Zuhause
Magdeburg – Anfang des Jahres sorgte in Magdeburg der Fund von Hunderten toten und verwahrlosten Tieren, hauptsächlich Schafen, für Empörung. Nun gibt es einen Lichtblick für die geretteten Hunde.
27 Hunde wurden nach dem Einschreiten der Behörden im Tierheim Burg/Schartau untergebracht. Nun kann ein Großteil der Vierbeiner vermittelt werden, wie der MDR berichtet.
Ihr Gesundheitszustand war erschreckend, erinnert sich Tierheimchefin Astrid Finger in dem Beitrag.
Viele große und alte Hunde seien dabei gewesen, mitunter waren sie in dreckigen Räumen eingesperrt. Ihr Fell sei verfilzt und voller Kot gewesen, ihre Krallen teils in die Haut eingewachsen.
Zu Fressen hatten sie scheinbar nur altes Brot bekommen.
Die 62-jährige Halterin hat “Animal Hoarding” betrieben. Mehr als 1100 Tiere soll sie an mehreren Orten in ihrer Obhut gehabt haben, im Landkreis Anhalt-Bitterfeld lag längst ein Haltungsverbot gegen sie vor.
Neben den 16 Hunden auf dem Magdeburger Grundstück wurden elf weitere ihrer Vierbeiner aus einer Gaststätte in Gommern gerettet.
Darunter war der querschnittsgelähmte Rüde Otti. Inzwischen hat das Tierheim ihm mithilfe von vielen Spenden einen Rollstuhl spendiert, damit er wieder voller Freude die Welt erkunden kann.
Tierschutzvereine haben ohne richtige Prüfung an Sammlerin vermittelt
Das Aufpäppeln der Hunde war nicht einfach, erklärt Finger. Viele der Tiere seien misstrauisch gewesen. Manche ließen sich nur unter Narkose helfen.
Die Tierheimchefin kritisiert vor allem, dass Tierschutzvereine im In- und Ausland der Sammlerin trotz allem immer noch Tiere vermittelt hatten, “ohne sich vorher zu informieren, ob es den Tieren dort wirklich gut geht”.
Das Behördenversagen durch ausbleibende Kommunikation wurde nach diesem Fall breit diskutiert.
Magdeburg wurde deshalb von der Tierschutzorganisation PETA mit dem Titel “tierfeindlichste Veterinärbehörde Deutschlands” ausgezeichnet.
Immerhin hatten neben Otti schon drei weitere Hunde Glück: Die Senioren Alfi und Merlin sind beispielsweise in ein Hunde-Altenheim in Niedersachsen gezogen.
Nicht alle Vierbeiner werden ein Happy End haben. Zehn bis zwölf der Hunde seien nicht vermittelbar. Sie müssen den Rest ihres Lebens im Tierheim bleiben.